Warum ist Kastration so wichtig

WICHTIGES THEMA - KASTRATION

Bitte kastriert alle Katzen, auch wenn sie in der Wohnung leben. Vor allem und erst recht, wenn sie Freigänger sind. Immer wieder hören wir, dass Leute ihre Katzen unkastriert nach draußen lassen. Auch wenn es Kater sind, und die Leute selbst keinen Nachwuchs zu erwarten haben, ist dies unverantwortlich. Das Argument "zu teuer" lasse ich hier nicht gelten. Denn wer bereit ist, ein Familienmitglied aufzunehmen, muss auch bereit sein, für Krankheit und Vorsorge aufzukommen. Zum Glück gibt es viele Menschen die Ihre Tiere aus den Tierheimen adoptieren. Hier werden die Tiere erst nach der Kastration vermittelt. Die Kosten hierfür sind in der Schutzgebühr bereits einkalkuliert. Menschen die sich Rassekatzen für viel Geld kaufen, sollten, wenn diese nicht bereits kastriert verkauft werden, für den Eingriff das Geld auch noch übrig haben. Für die Menschen mit kleinem Budget, die ein armes Kätzlein adoptieren das nicht kastriert ist, gibt es oft tolle Aktionen von Tierschutzvereinen und Tierheimen, die die Halter bei den Kosten für die Kastration unterstützen.

 

WARUM SOLLTE ICH MEINE KATZE KASTRIEREN?
Bei jeder Rolligkeit schüttet eine Katze eine große Mengen an Hormonen aus, womit sich das Risiko für sexualhormon-induzierte Krebsformen erhöht. Beim Mammakarzinom (Brustkrebs) bspw. ist das Risiko für eine unkastrierte Kätzin im Vergleich zu einer kastrierten um den Faktor 7 erhöht [6,7]. Ein Mammakarzinom ist äußerst bösartig, weshalb die Prognose für eine erkrankte Katze sehr schlecht ist. Eine Kastration verringert übrigens unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Durchführung das Risiko für Karzinome deutlich. Weitere von Krebs betroffene Organe sind Eierstöcke und Gebärmutter. Die Verringerung dieser Karzinomgefahr ist ein wichtiges Argument für die Kastration einer Katze. Ein weiteres Argument ist:

 

DAUERROLLIGKEIT
Bei der Kätzin kommt es erst 25 bis 32 Stunden nach der Paarung zum Eisprung, ausgelöst durch einen Vaginalreiz über die sogenannten Penisstacheln des Katers. Die ausgereiften Eier wandern in die Gebärmutter, wo sie von den immer noch fertilen Spermien befruchtet werden. Es werden also keine Eier in der Gebärmutter "vorgehalten". Kommt es im Verlauf der Rolligkeit zu keinem Deckakt, gibt es auch keinen Eisprung. Man spricht dann von einem sogenannten anovulatorischen Zyklus. Im Normalfall bilden sich nun die zuvor ausgebildeten Follikel zurück (Follikelatresie), und es folgt durch die hierbei ausgelöste hormonelle Zyklusumstellung eine mehr oder minder lange Ruhephase. Danach beginnt eine erneute Rolligkeit, und diese Aneinanderreihung von Rolligkeits- und Ruhephasen wird nur durch eine Schwangerschaft oder das saisonale Erliegen der Rolligkeit im Winter unterbrochen.

 

Je häufiger solche Zyklen ohne abschließende Schwangerschaft durchlaufen werden, desto größer wird die Gefahr, daß es zu einer gefährlichen Anomalie im Anschluß an eine Follikelphase kommt: Statt der normalen Rückbildung der Follikel entarten diese zu Zysten. Aufgrund der damit gleichzeitig ausbleibenden hormonellen "Beruhigung" des Zyklus wird die Katze dauerrollig. Die Katze ist unruhig und magert wegen Freßunlust stark ab. Durch das starke Anschwellen der Schleimhäute im Uro-Genitaltrakt kann es zu erschwertem Harnabsatz kommen, die Zysten auf den Eierstöcken sind je nach Zeitdauer der Dauerrolligkeit mehr oder minder groß.

 

Die Dauerrolligkeit (Nymphomanie) ist eine ernsthafte und bedrohliche Erkrankung für die Katze und bedarf unbedingt einer tierärztlichen Betreuung. Man kann versuchen, den aus dem Ruder gelaufenen Sexualzyklus durch Hormongabe zu "bändigen". In der Regel wird der Tierarzt aber eine Kastration inklusive Gebärmutterentfernung (Ovariohysterektomie) vornehmen.

 

ZUVIELE KATZENBABYS
Angenommen ein Katzenpaar bekommt 2 Würfe im Jahr, von denen je 3 Katzen überleben:
Nach einem Jahr haben wir 12 Katzen
Nach zwei Jahren haben wir ca. 66 Katzen
Nach drei Jahren ca. 380 Katzen
Nach vier Jahren ca. 2.200 Katzen
Nach fünf Jahren ca. 13.000 Katzen

und das von EINEM Katzenpaar...
Es landen genug Tiere im Tierheim, in den „Möchtegern-Wohnzimmer-Zuchten“, im Straßengraben oder sonst wo und gehen elendig ein, bekommen Krankheiten die sie an andere Freigänger weitergeben können, usw. Mehrmals im Jahr kann eine Katze 3 - 8 Junge bekommen. Das bedeutet: In nur 7 Jahren ist ein unkastriertes Katzenpaar in der Lage, ca. 1 Million Nachkommen zu zeugen. Diese Hochrechnung macht das Ausmaß der möglichen Katastrophe klar.


Das sind jetzt nur Fakten und Zahlen zum Thema Rolligkeit, Kastration und Population. Von den Risiken einer Katzenschwangerschaft, Komplikationen bei der Geburt ganz zu schweigen. Solange es Menschen gibt, die Katzen einfach aussetzen oder einer planlosen Vermehrung gleichgültig gegenüberstehen, wird das Katzenelend nicht aufhören. Auch heute "lösen" immer noch viele Menschen - vor allem in ländlichen Gegenden - dieses Problem, indem sie die Katzenkinder ertränken oder "einfach an die Wand schlagen". Das hat u. A. psychische Folgen für das Muttertier sowie ein dadurch entstehendes Krebsrisiko und frühzeitiger Tod. Neben der moralischen Haltlosigkeit solcher Praktiken drohen für solch sinnloses und unnötiges Töten Geldstrafen. Es gibt nur eine vernünftige und vertretbare Maßnahme zur Lösung dieses Problems: Die rigorose Kastration von Katze und Kater.


Dies gilt nicht nur für freilebende, herrenlose Katzen und Kater. Denn auch unkastrierte Tiere, die einen Besitzer haben, tragen zum Katzenelend bei. Ein unkastrierter Hauskater mit Freilauf wird sich selbstverständlich mit jeder verfügbaren Partnerin paaren und trägt so zur Vergrößerung des Problems bei. Doch nicht nur die Geburt vieler ungewollter Kätzchen soll verhindert werden, sondern ein weiteres wichtiges Argument spricht für Kastration: Die Zahl der unkastrierten Tiere, die eines Tages entlaufen, wird ungefähr zehnmal so hoch sein, wie die der kastrierten Tiere.

 

Wie oft passiert es, dass auch Hauskatzen, die nicht ins Freie können/dürfen, eines Tages einen Weg nach draußen finden? Oft genug. Die Tierarztpraxen und Tierheime sind voll von Zetteln mit entlaufenden Tieren. Daher ist auch, neben den bereits gegenanten Punkten, hier eine Kastration sinnvoll.

 

(Dieser Beitrag und dessen Inhalt stammt zum größten Teil von der Seite: "Deine Tierwelt")